Generationen-Konflikt bei Kreditwürdigkeit – Generation Z vor Problemen
- Kategorie: Aktuelles, Kredite, Schufa
- vom:
- Author: Oliver Schoch
Die Generation Z, also Personen, die zwischen Mitte der 1990er und Anfang der 2010er Jahre geboren wurden, steht bei der Kreditvergabe vor strukturellen Nachteilen. Während ältere Generationen auf eine längere Kredit- und Beschäftigungshistorie zurückblicken können, müssen junge Erwachsene häufig ohne diese Voraussetzungen einen Kredit beantragen.
Befristete Arbeitsverträge, fehlende Schufa-Einträge, Studium oder Ausbildung sowie kein gesichertes Eigenkapital erschweren den Zugang zu fairen Kreditkonditionen erheblich. Der folgende Beitrag zeigt, was Kreditwürdigkeit bedeutet, wie sie berechnet wird und welche Möglichkeiten die Generation Z hat, ihre Bonität gezielt zu verbessern.
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Das sagt die persönliche Kreditwürdigkeit aus
Die persönliche Kreditwürdigkeit (Bonität) ist eine Einschätzung der Fähigkeit und Bereitschaft einer Person, aufgenommene Schulden wie einen Konsumkredit termingerecht zurückzuzahlen. Kreditgeber nutzen diese Bewertung, um das Risiko eines Kreditausfalls abzuschätzen. Je besser die Kreditwürdigkeit, desto günstigere Konditionen erhält der Kreditnehmer:
- Niedrigere Zinsen
- Höhere Kreditsummen
- Flexiblere Laufzeiten
Hier zeigt sich der Generationen-Konflikt besonders deutlich. Ältere Kreditnehmer verfügen oft über eine jahrzehntelange Bonitätshistorie. Sie haben bereits mehrfach einen Ratenkredit bedient, Hypotheken aufgenommen oder Kreditkarten zuverlässig genutzt. Diese Daten fließen positiv in die Kreditbewertung ein. Junge Erwachsene der Generation Z dagegen sind in vielerlei Hinsicht ein unbeschriebenes Blatt, und das wirkt sich nachteilig aus.
Hinzu kommen atypische Beschäftigungsverhältnisse, denn viele junge Menschen arbeiten in der Gig-Economy, auf Freelance-Basis oder in befristeten Stellen, die klassischen Kreditprüfungsrastern nicht entsprechen. Der Generationen-Konflikt besteht also nicht primär in schlechten Finanzen der Generation Z, sondern in einem Bewertungssystem, das auf Kontinuität, langjähriger Beschäftigung und gewachsener Kredithistorie ausgerichtet ist.
Wie wird die Kreditwürdigkeit bestimmt?
Banken prüfen Ihre Kreditwürdigkeit anhand einer Vielzahl von Kriterien, die sowohl intern ermittelt als auch über externe Auskunfteien wie die Schufa abgefragt werden. Die Gesamtbewertung ergibt sich aus dem Zusammenspiel mehrerer Faktoren, die in unterschiedlicher Gewichtung einfließen.
- Einkommenshöhe und Einkommensstabilität
Das monatliche Nettoeinkommen ist einer der zentralen Faktoren bei der Kreditprüfung. Banken möchten sicherstellen, dass Sie als Kreditnehmer nach Abzug aller fixen Kosten noch ausreichend Spielraum für die monatliche Rate haben. Deshalb wird oft eine Budgetrechnung durchgeführt. Dabei zählt nicht nur die Höhe, sondern auch die Stabilität. Ein unbefristetes Arbeitsverhältnis wird höher bewertet als Freelancer-Einkommen oder ein Minijob. - Beschäftigungsverhältnis und Anstellungsdauer
Neben dem Einkommen spielt die Art der Beschäftigung eine große Rolle. Unbefristete Festanstellungen gelten als kreditwürdig, befristete oder projektbasierte Verträge dagegen als Risikofaktor. Auch die Dauer der aktuellen Anstellung wird berücksichtigt: Wenn Sie erst vor wenigen Monaten eine neue Stelle angetreten haben, befinden Sie sich oft noch in der Probezeit und gelten damit als weniger sicher. Beamte und Angestellte des öffentlichen Dienstes schneiden bei dieser Prüfung traditionell viel besser ab. - Schufa-Score und Kredithistorie
Die Schufa speichert Informationen über frühere Kredite, Zahlungsverhalten, Kreditkarten und eventuelle Mahnungen oder Insolvenzen. Aus diesen Daten berechnet und beschreibt sie einen Basisscore, der Banken als Orientierungswert dient. Ein hoher Schufa-Score signalisiert zuverlässiges Zahlungsverhalten in der Vergangenheit und erhöht die Chance auf günstige Kreditkonditionen erheblich. Wenn Sie hingegen noch kaum Einträge haben – wie viele junge Erwachsene –, erhalten Sie keinen Top-Score, wenngleich keine negativen Einträge vorliegen. - Bestehende Verbindlichkeiten und laufende Kredite
Banken prüfen, ob Sie bereits andere Kredite bedienen oder ob Sie einen Dispokredit regelmäßig ausschöpfen. Hohe laufende Verbindlichkeiten reduzieren den frei verfügbaren Anteil des Einkommens und erhöhen das Ausfallrisiko. Auch Unterhaltsverpflichtungen, Leasingverträge oder regelmäßig getilgte Ratenzahlungen fließen in die Berechnung ein. Wenn Sie mehrere laufende Kredite gleichzeitig bedienen, haben Sie in der Regel schlechtere Chancen auf die Genehmigung eines weiteren Darlehens. - Eigenkapital und Vermögenswerte
Vorhandenes Eigenkapital wirkt sich positiv auf Ihre Bonität aus. Es signalisiert finanzielle Stabilität und dient im Zweifelsfall als Sicherheit. Gerade beim Immobilienkredit fordern Banken häufig einen Eigenkapitalanteil von mindestens 20 % des Kaufpreises, um das Risiko zu begrenzen. Junge Menschen, die am Anfang ihres Berufslebens stehen, verfügen selten über substanzielles Eigenkapital, was ihre Position bei Kreditverhandlungen schwächt. - Alter und Lebensphase
Das Alter spielt bei der Kreditvergabe eine doppelte Rolle. Sehr junge Antragsteller haben kaum Kredithistorie, während relativ alte Kreditnehmer aus versicherungstechnischen Gründen bei langlaufenden Darlehen hinsichtlich der möglichen Tilgung zurückhaltender bewertet werden. Für die Generation Z ist das Alter hauptsächlich insofern relevant, als dass viele noch in der Ausbildung, im Studium oder am Karrierebeginn sind. - Negative Schufa-Einträge und Zahlungsstörungen
Negative Schufa-Einträge wirken sich massiv auf den Score aus und können jahrelang gespeichert bleiben. Selbst ein einmaliger Zahlungsverzug kann die Kreditwürdigkeit spürbar senken. Gerade junge Menschen, die mit dem Finanzmanagement noch wenig Erfahrung haben, laufen Gefahr, durch kleinere Versäumnisse langfristig Schaden anzurichten. Die Schufa löscht solche Einträge in der Regel erst drei Jahre nach Begleichung der Forderung.
Was bedeutet Kreditwürdigkeit und welche Auswirkungen hat diese auf mich?
Kreditwürdigkeit als Bonität ist das Maß, mit dem Kreditgeber einschätzen, ob ein Kreditnehmer in der Lage und willens ist, einen Kredit vertragskonform zurückzuzahlen. Sie wird auf Basis finanzieller, statistischer und verhaltensbezogener Daten ermittelt und drückt sich meist in einem numerischen Score aus. Eine hohe Kreditwürdigkeit bedeutet geringes Ausfallrisiko für den Kreditgeber, eine niedrige signalisiert das Gegenteil.
Die Auswirkungen auf den Kreditbereich sind direkt und erheblich. Wenn Sie eine gute Bonität nachweisen können, erhalten Sie günstige Zinssätze, flexiblere Laufzeiten und höhere Kreditsummen. Beim Abschluss eines Privat- oder eines Ratenkredits entscheidet die Kreditwürdigkeit maßgeblich darüber, zu welchem effektiven Jahreszins der Kredit gewährt wird. Eine Differenz von nur einem Prozentpunkt kann bei einem Kredit über 20.000 € und einer Laufzeit von sieben Jahren mehrere hundert Euro an Mehrkosten bedeuten.
Besonders einschneidend sind die negativen Auswirkungen einer schlechten Bonität. Wenn Sie eine negative Schufa aufweisen, gelten Sie bei Banken als Hochrisiko-Kreditnehmer. Die Folge ist, dass Kreditanträge abgelehnt oder nur Kredite mit deutlich erhöhten Zinsen angeboten werden. Im schlimmsten Fall werden Sie vollständig von der Kreditvergabe ausgeschlossen.
Als Alternative bleibt dann oft nur ein Kredit ohne Schufa, also ein Darlehen, das teilweise von ausländischen Banken angeboten wird und strenge Kriterien an Einkommensnachweise knüpft. Diese Produkte sind in der Regel auf bestimmte Beträge begrenzt (meistens bis 10.000 €) und mit höheren Zinsen verbunden.
So kann man seine Kreditwürdigkeit verbessern
Die gute Nachricht lautet auch für die Gen Z: Kreditwürdigkeit ist kein unveränderlicher Zustand, sondern das Ergebnis eines dynamischen Prozesses, den man aktiv gestalten kann. Mit den richtigen Maßnahmen lässt sich die Bonität schrittweise und nachhaltig optimieren. Zudem ist es sinnvoll, vorab das freie Einkommen mit einem Budgetrechner bzw. Kreditrechner zu definieren.
- Schufa-Selbstauskunft anfordern und prüfen: Der erste Schritt besteht darin, die eigene Schufa-Auskunft einzuholen. Dabei sollten Sie alle gespeicherten Daten sorgfältig prüfen, denn fehlerhafte oder veraltete Einträge kommen häufiger vor als erwartet. Veraltete oder falsche Negativeinträge können Sie bei der Schufa zur Löschung beantragen, was den Score unmittelbar verbessern kann.
- Rechnungen und Raten pünktlich bezahlen: Pünktliche Zahlungen sind das wirksamste Mittel zur langfristigen Verbesserung der Kreditwürdigkeit. Jede nicht bezahlte Rechnung, die ins Inkasso geht, hinterlässt einen negativen Schufa-Eintrag. Daueraufträge und Lastschriftmandate helfen, Zahlungsfristen automatisch einzuhalten.
- Anzahl der Kreditanfragen begrenzen: Jede Kreditanfrage, die eine Bank nach Erteilung Ihrer Erlaubnis stellt, wird in der Schufa vermerkt. Viele Anfragen in kurzer Zeit senken den Score, da sie auf finanzielle Engpässe hindeuten können. Wenn Sie einen Kredit suchen, sollten Sie deshalb keine parallelen Anfragen bei mehreren Banken stellen. Stattdessen empfiehlt es sich, eine sogenannte Konditionsanfrage zu stellen, die schufaneutral ist.
- Dispositionskredit-Nutzung reduzieren: Wenn Sie regelmäßig den eingeräumten Dispositionsrahmen voll ausnutzen oder ins Minus gehen, senden Sie ein negatives Signal an die Bank. Eine durchgängig hohe Dispokredit-Nutzung deutet auf mangelnde finanzielle Puffer hin. Es empfiehlt sich, den Dispo nur im Notfall einzusetzen und ihn möglichst schnell zurückzuführen.
- Altes Konto und unnötige Kreditkarten kündigen: Viele ungenutzte Konten oder Kreditkarten können den Score belasten, da sie als potenzielle Verschuldungsmöglichkeit gewertet werden. Wenn Sie mehrere Konten bei verschiedenen Banken führen, sollten Sie unnötige schließen. Ein übersichtliches, gut geführtes Hauptkonto spricht für finanzielle Disziplin.
- Umschuldung bestehender Kredite in Betracht ziehen: Wenn Sie mehrere laufende Kredite mit hohen Zinsen bedienen, können Sie durch eine Umschuldung oder Umfinanzierung gezielt Kosten senken und die monatliche Belastung reduzieren. Die dadurch gewonnene Übersichtlichkeit und der verringerte finanzielle Druck wirken sich mittelfristig auch positiv auf die Kreditwürdigkeit aus. Wichtig ist dabei, die alten Kredite tatsächlich vollständig abzulösen und nicht parallel weiterzuführen.
- Eigenkapital systematisch aufbauen: Regelmäßiges Sparen und der Aufbau von Eigenkapital verbessern nicht nur Ihre Bonität, sondern eröffnen auch neue Kreditmöglichkeiten. Wenn Sie einen Puffer von drei bis sechs Monatsgehältern angespart haben, agieren Sie finanziell stabiler und sind weniger abhängig von Krediten im Notfall. Für größere Finanzierungsvorhaben wie einen Immobilienkauf erhöht vorhandenes Eigenkapital die Chance auf Genehmigung und bessere Konditionen erheblich.
Der Unterschied zwischen Kreditfähigkeit und Kreditwürdigkeit
Einen vollständig prüfungsfreien Kredit gibt es nicht, denn jeder seriöse Kreditgeber prüft zumindest das Einkommen. Ist das nicht so, handelt es sich mit größerer Wahrscheinlichkeit um ein unseriöses Angebot. Wenn Sie jedoch keine oder eine schlechte Schufa haben, können Sie bei spezialisierten Vermittlern einen Kredit trotz Schufa beantragen. Voraussetzung ist ein nachweisbares, pfändbares Einkommen. Die Kreditsummen sind auf meistens 5.000 € bis 10.000 € begrenzt und die Zinsen liegen deutlich über dem Marktniveau.
Wie und wo es einen Kredit ohne Kreditwürdigkeit und Prüfung gibt?
Einen vollständig prüfungsfreien Kredit gibt es nicht, denn jeder seriöse Kreditgeber prüft zumindest das Einkommen. Ist das nicht so, handelt es sich mit größerer Wahrscheinlichkeit um ein unseriöses Angebot. Wenn Sie jedoch keine oder eine schlechte Schufa haben, können Sie bei spezialisierten Vermittlern einen Kredit trotz Schufa beantragen. Voraussetzung ist ein nachweisbares, pfändbares Einkommen. Die Kreditsummen sind auf meistens 5.000 € bis 10.000 € begrenzt und die Zinsen liegen deutlich über dem Marktniveau.
Prüfung Kreditwürdigkeit – wer bestimmt was
Die Prüfung der Kreditwürdigkeit liegt grundsätzlich beim Kreditgeber, also bei der Bank. Diese darf alle relevanten Daten erheben und auswerten, um eine fundierte Kreditentscheidung zu treffen. Dabei greifen Kreditgeber auf mehrere Quellen zurück:
- Interne Daten (eigene Kontohistorie des Antragstellers)
- Aktuelle Nachweise vom Einkommen
- Externe Daten aus Auskunfteien wie der Schufa oder Creditreform
Die Schufa ist in Deutschland die wichtigste Auskunftei. Sie hat keinen gesetzlichen Auftrag, sondern ist ein privatwirtschaftliches Unternehmen, das Daten über das Zahlungsverhalten von Verbrauchern sammelt und an seine Mitglieder (Banken, Händler, Telefongesellschaften) weitergibt. Verbraucher können die über sie gespeicherten Daten einsehen, Korrekturen beantragen und im berechtigten Fall Löschungen durchsetzen.
Bankintern entscheiden dann entweder automatisierte Kreditscoring Systeme oder bei größeren Kreditsummen Kreditsachbearbeiter über die Genehmigung. Es besteht kein generelles Recht auf einen Kredit, sodass Banken Anträge ablehnen dürfen, ohne dies ausführlich begründen zu müssen. Allerdings haben Verbraucher das Recht, im Falle einer automatisierten Entscheidung eine menschliche Überprüfung zu verlangen (Art. 22 DSGVO).
So lässt sich die Kreditwürdigkeit berechnen
Die Berechnung der Kreditwürdigkeit erfolgt in Deutschland vorrangig über den Schufa-Score. Dieser wird auf einer Skala von 0 bis 100 angegeben, wobei höhere Werte für ein geringeres Ausfallrisiko stehen. Der Basiswert für die meisten Verbraucher liegt laut Schufa bei über 95 Punkten, das gilt als gut bis sehr gut. Werte unter 90 beginnen problematisch zu werden, Werte unter 50 gelten als sehr negativ. In den Schufa-Score fließen ein:
- Anzahl und Art bestehender Kreditverträge
- Zahlungsverhalten der Vergangenheit
- Häufigkeit von Kreditanfragen
- Eventuelle negative Einträge
- Länge der Kredithistorie
Die genaue Berechnungsformel ist „geheim“ und wird von der Schufa nicht öffentlich gemacht, was immer wieder zu Kritik führt. Klar ist jedoch: Je positiver und länger die Zahlungshistorie, desto höher der Score. Neben dem Schufa-Score setzen Banken zunehmend auf eigene, automatisierte Kreditscoring Systeme. Diese nutzen deutlich mehr Datenpunkte als die Schufa allein:
- Einkommenshöhe und -stabilität
- Ausgabenverhalten (bei Hausbanken bekannt)
- Beschäftigungsstatus, Branche, Region
- Statistische Vergleichsgruppen
Moderne Scoring-Modelle arbeiten auf Basis von Machine Learning und können Tausende von Variablen simultan verarbeiten. Dabei vergleichen sie den Antragsteller mit Kreditnehmern aus ähnlichen demografischen Gruppen, die in der Vergangenheit zuverlässig – oder eben unzuverlässig – gezahlt haben.
Wenn Sie einen Schnellkredit oder Sofortkredit beantragen, werden Sie dabei meistens vollautomatisch bewertet. Das System entscheidet binnen Sekunden auf Basis digitaler Datenpunkte und ohne manuelle Prüfung. Das erhöht die Geschwindigkeit, verringert aber die Möglichkeit, individuelle Umstände zu berücksichtigen. Für die Generation Z bedeutet dies oft eine zusätzliche Hürde, denn wer keine ausreichende Datenhistorie hat, fällt durch automatische Raster, selbst wenn seine tatsächliche finanzielle Situation solide ist.
Die Kreditwürdigkeit nach Privatinsolvenz wiederherstellen
Eine Privatinsolvenz stellt eine der gravierendsten Beeinträchtigungen der Kreditwürdigkeit dar. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Insolvenzverfahrens und der Restschuldbefreiung beginnt jedoch ein Neustart, und dieser ist möglich, auch wenn er Zeit und Disziplin erfordert.
Das Insolvenzverfahren selbst dauert in Deutschland in der Regel drei Jahre, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt werden. Nach der Restschuldbefreiung wird die Insolvenz in der Schufa vermerkt und bleibt dort gemäß der aktuellen Praxis noch drei Jahre nach Erteilung der Restschuldbefreiung gespeichert. In dieser Zeit ist die Kreditwürdigkeit erheblich eingeschränkt, eine normale Kreditvergabe praktisch unmöglich.
Unmittelbar nach der Restschuldbefreiung sollten Sie zunächst die Schufa-Selbstauskunft einholen, um den aktuellen Stand aller Einträge zu prüfen. In manchen Fällen werden Einträge nicht automatisch gelöscht und müssen aktiv beantragt werden. Nach der Dreijahresfrist fällt auch der Insolvenzeintrag weg, und der Neuaufbau der Kreditwürdigkeit kann beginnen. Der Wiederaufbau erfolgt schrittweise.
Als ersten Schritt empfiehlt sich die Eröffnung eines Guthabenkontos oder eines Basiskontos, das ohne Schufa-Prüfung angeboten wird. Kleinere Finanzprodukte wie eine Prepaid-Kreditkarte helfen dabei, positive Einträge zu generieren, ohne erneut Schulden zu machen. Im nächsten Schritt kann ein kleiner Ratenkredit möglicherweise mit einem Bürgen aufgenommen und zuverlässig bedient werden. Jede pünktliche Zahlung verbessert den Score messbar.
Wichtig ist, realistische Erwartungen zu haben: Die vollständige Wiederherstellung einer guten Bonität dauert in der Regel fünf bis zehn Jahre nach der Privatinsolvenz. Wenn Sie diesen Weg konsequent gehen mit stabiler Einkommenssituation, pünktlichen Zahlungen, schrittweisem Aufbau von Sparrücklagen und gezieltem Einsatz kleinerer Kredite, können Sie langfristig wieder auf ein normales Kreditrating kommen. Auch ein Umschuldungskredit bestehender kleinerer Verbindlichkeiten kann helfen, die monatliche Belastung zu senken und Spielraum für den Kreditwiederaufbau zu schaffen.
Herr Oliver Schoch ist freiberuflicher Finanz-Redakteur und schreibt für BesserFinanz.
Mehr über Oliver Schoch erfahren.
Die Kreditwürdigkeit beschreibt Ihre finanzielle Zuverlässigkeit und gibt an, wie wahrscheinlich es ist, dass Sie einen Kredit ordnungsgemäß zurückzahlen. Banken und Kreditvermittler bewerten dabei Faktoren wie Einkommen, bestehende Verbindlichkeiten, Zahlungshistorie und Schufa-Score. Eine hohe Bonität erhöht Ihre Chancen auf günstige Kreditkonditionen.
Die Kreditfähigkeit bezeichnet die grundsätzliche rechtliche und wirtschaftliche Voraussetzung, einen Kredit aufnehmen zu dürfen, etwa Volljährigkeit und regelmäßiges Einkommen. Die Kreditwürdigkeit hingegen bewertet Ihre Bonität im Detail, also wie sicher Ihre Rückzahlung eingeschätzt wird. Beide Faktoren sind entscheidend für eine erfolgreiche Kreditvergabe.
Ihre persönliche Kreditwürdigkeit können Sie steigern, indem Sie bestehende Schulden reduzieren, Rechnungen pünktlich bezahlen und keine unnötigen Kreditanfragen stellen. Auch ein stabiles Einkommen und ein niedriger Verschuldungsgrad wirken sich positiv auf Ihren Bonitätsscore aus. Eine regelmäßige Prüfung Ihrer Schufa-Daten hilft, Fehler frühzeitig zu erkennen.
Die Kreditwürdigkeit wird anhand verschiedener Kriterien berechnet, darunter Einkommen, Ausgaben, Beschäftigungsverhältnis, bestehende Kredite und Ihr Schufa-Score. Banken nutzen interne Scoring-Modelle, um ihr Ausfallrisiko zu bewerten. Je besser Ihr Score, desto höher die Wahrscheinlichkeit auf eine Kreditzusage mit niedrigen Zinsen.
Die Schufa sammelt Daten zu Ihrem Zahlungsverhalten und stellt diese Kreditgebern zur Verfügung. Ihr Schufa-Score ist ein zentraler Bestandteil der Bonitätsprüfung und beeinflusst maßgeblich die Kreditentscheidung. Negative Einträge wie Mahnungen oder Zahlungsausfälle können Ihre Kreditwürdigkeit deutlich verschlechtern.
Ja, auch bei schlechter Kreditwürdigkeit bestehen Möglichkeiten, einen Kredit zu erhalten, etwa über spezialisierte Kreditvermittler wie BesserFinanz. Optionen sind unter anderem Kredite ohne Schufa oder mit Bürgen. Allerdings sind die Konditionen oft weniger günstig, da das Ausfallrisiko höher eingeschätzt wird.
Eine Privatinsolvenz hat erhebliche negative Auswirkungen auf Ihre Kreditwürdigkeit. Während und auch nach der Insolvenz wird Ihre Bonität stark eingeschränkt. Erst nach der Restschuldbefreiung und der Löschung entsprechender Einträge aus der Schufa kann sich Ihre Kreditwürdigkeit schrittweise verbessern.
Negative Einträge, etwa aus Zahlungsausfällen oder Insolvenzverfahren, bleiben in der Regel bis zu drei Jahre nach Erledigung in der Schufa gespeichert. In dieser Zeit ist Ihre Kreditwürdigkeit eingeschränkt. Danach erfolgt meist automatisch die Löschung, wodurch sich Ihre Bonität wieder verbessern kann.
a, Sie können Ihre Kreditwürdigkeit selbst überprüfen, indem Sie eine kostenlose Selbstauskunft bei der Schufa oder anderen Auskunfteien anfordern. Diese enthält Ihren aktuellen Score sowie gespeicherte Daten. Eine regelmäßige Kontrolle hilft, Fehler zu korrigieren und Ihre Bonität gezielt zu optimieren.
Eine gute Kreditwürdigkeit ermöglicht Ihnen den Zugang zu besseren Kreditangeboten, niedrigeren Zinssätzen und flexibleren Rückzahlungsbedingungen. Sie signalisiert Kreditgebern finanzielle Stabilität und Zuverlässigkeit. Auch bei Mietverträgen oder Mobilfunkverträgen spielt Ihre Bonität eine wichtige Rolle.

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