Die erste eigene Wohnung wird immer teurer – die Finanzierungsfrage
- Kategorie: Aktuelles, Kredite
- vom:
- Author: Oliver Schoch
Der Auszug aus dem Elternhaus markiert für viele junge Menschen einen der wichtigsten Schritte ins eigene Leben. Was früher mit überschaubaren Kosten verbunden war, entwickelt sich zunehmend zu einer finanziellen Herausforderung. Mieten steigen in nahezu allen Regionen, Kautionen binden Kapital und auch die Einrichtung der ersten Wohnung verschlingt heute deutlich mehr Geld als noch vor wenigen Jahren.
Wenn Sie sich auf diesen Lebensabschnitt vorbereiten, sollten Sie die Kosten realistisch einschätzen und sich frühzeitig mit den verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten auseinandersetzen. Unser Beitrag zeigt, welche Ausgaben tatsächlich anfallen und wie Sie Miete, Nebenkosten und Einrichtung sinnvoll finanzieren.
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Warum die erste eigene Wohnung so teuer geworden ist
Wer heute nach einer ersten eigenen Wohnung sucht, merkt schnell: Die Zeiten günstiger Studenten- oder Berufseinsteigerbuden sind vorbei. In vielen Großstädten liegen die Angebotsmieten für kleine Wohnungen inzwischen so hoch, dass ein einzelnes Einstiegsgehalt kaum noch ausreicht, um die Kaltmiete plus Nebenkosten ohne größere Einschränkungen zu stemmen. Auch in mittelgroßen Städten und im Umland großer Ballungsräume ziehen die Preise nach, weil viele Wohnungssuchende dorthin ausweichen.
Hinzu kommen gestiegene Energiepreise, die sich direkt auf die Nebenkostenabrechnung auswirken, sowie höhere Baukosten, die neue Mietangebote von vornherein teurer machen. Parallel dazu sind auch Möbel, Elektrogeräte und Haushaltswaren spürbar teurer geworden. Gründe für teurere Einrichtungsgegenstände sind unter anderem:
- Lieferkettenprobleme
- Gestiegene Rohstoffpreise
- Höhere Energiekosten in der Produktion
Für angehende Mieter bedeutet das: Der erste eigene Haushalt kostet nicht nur bei der Miete mehr, sondern auch bei nahezu jeder Anschaffung, die für ein funktionierendes Zuhause notwendig ist. Wenn Sie einen Umzug planen, sollten Sie deshalb nicht nur die monatliche Miete im Blick behalten, sondern auch die einmaligen Kosten für Kaution, Umzug und Einrichtung realistisch kalkulieren. Nur so können Sie vermeiden, dass die Finanzierung der ersten Wohnung zur Überraschung wird, sobald die ersten Rechnungen ins Haus flattern.
Besonders deutlich zeigt sich der Unterschied zwischen Stadt und Land. In Ballungsräumen konkurrieren oft Dutzende Interessenten um eine einzige Wohnung, was die Preise zusätzlich nach oben treibt und Maklercourtagen sowie Vermittlungsgebühren wahrscheinlicher macht. Auf dem Land oder in strukturschwächeren Regionen fallen die Mieten zwar niedriger aus. Dafür steigen dort häufig die Mobilitätskosten, weil ein eigenes Auto für den Arbeitsweg notwendig wird. Wenn Sie die Wahl des Wohnorts allein von der Miethöhe abhängig machen, übersehen Sie deshalb leicht andere Kostenfaktoren, die sich langfristig ebenfalls auf das verfügbare Budget auswirken.
Beispielrechnung: Was die erste Wohnung wirklich kostet
Um die tatsächliche finanzielle Belastung greifbar zu machen, lohnt sich eine Beispielrechnung für eine kleine Wohnung mit rund 45 Quadratmetern in mittlerer Lage.
- Kaltmiete: 620 €
- Nebenkosten: 180 €
- Warmmiete: 800 €
Hinzu kommt üblicherweise eine Kaution in Höhe von drei Nettokaltmieten, in diesem Fall also 1.860 €, die vor Einzug bereitstehen muss. Für den Umzug selbst fallen je nach Entfernung und Umfang zwischen 300 und 800 € an, wenn ein Umzugsunternehmen beauftragt wird, bei Eigenorganisation reduzieren sich diese Kosten deutlich. Bei der Einrichtung summieren sich die Posten schnell:
- Bett inklusive Matratze: 400 bis 700 €
- Sofa: 500 bis 1.200 €
- Küchenzeile mit Elektrogeräten: 2.000 bis 4.500 €
- Waschmaschine: 350 bis 600 €
- Kühlschrank: 250 bis 500 €
- Kleinmöbel wie Regale, Schränke, Tische und Stühle: 800 bis 1.500 €
- Haushaltswaren, Textilien und Grundausstattung für Küche und Bad: 300 bis 600 €.
In Summe kommen bei einer eher sparsamen Einrichtung schnell 4.500 € zusammen, bei einer etwas hochwertigeren Ausstattung eher 8.000 bis 9.000 €. Zusammen mit Kaution und Umzug ergibt sich damit ein einmaliger Finanzierungsbedarf, der schnell im mittleren vierstelligen Bereich liegt. Die parallel laufende Warmmiete müssen Sie zudem aus Ihrem Einkommen bestreiten.
Nicht selten kommen weitere Anschaffungen hinzu, an die zu Beginn kaum jemand denkt:
- Vorhänge
- Lampen
- Staubsauger
- Geschirr
- Besteck
- Werkzeugkoffer für kleinere Reparaturen
Auch die Erstausstattung für Bad und Küche mit Handtüchern, Bettwäsche und Reinigungsmitteln schlägt mit weiteren 150 bis 300 € zu Buche. Wenn Sie zusätzlich einen Internetanschluss einrichten lassen, sollten Sie auch hierfür einmalige Anschlusskosten sowie die laufende monatliche Gebühr einplanen. Insgesamt zeigt die Beispielrechnung, dass die erste eigene Wohnung selten mit den offensichtlichen Positionen Miete und Möbel abschließt, sondern zahlreiche kleinere Ausgaben hinzukommen, die in Summe einen spürbaren Betrag ausmachen können.
Die Miete aus dem laufenden Einkommen bestreiten
Die Warmmiete gehört zu den Fixkosten, die grundsätzlich aus dem monatlichen Einkommen bezahlt werden sollten, nicht über einen Kredit. Als grobe Orientierung gilt in der Finanzplanung häufig, dass die Wohnkosten nicht mehr als 30 bis 35 % des Nettoeinkommens ausmachen sollten. Bei einem Nettogehalt von 2.200 € wären das maximal 660 bis 770 € für Warmmiete. Liegt die tatsächliche Miete darüber, bleibt oft wenig Spielraum für Rücklagen, Versicherungen oder unvorhergesehene Ausgaben.
Gerade Berufseinsteiger unterschätzen häufig, wie schnell sich zusätzliche Fixkosten addieren wie Strom, Internet, Rundfunkbeitrag, Versicherungen und Mobilität zur Warmmiete. Vor der Wohnungssuche empfiehlt sich deshalb eine Aufstellung des verfügbaren Budgets, in die auch Sparraten für Notfälle einfließen. Eine Faustregel besagt, dass mindestens drei Monatsgehälter als finanzielles Polster vorhanden sein sollten, bevor größere Fixkosten wie eine neue Miete eingegangen werden.
Wenn Sie diese Rücklage bis jetzt nicht besitzen, sollten Sie die erste Zeit im neuen Zuhause bewusst sparsam gestalten und größere Anschaffungen zeitlich strecken, statt alles auf einmal zu finanzieren. So bleibt die monatliche Belastung überschaubar, und die Miete lässt sich dauerhaft ohne zusätzliche Kreditlast stemmen. Achten Sie ebenso auf die jährliche Nebenkostenabrechnung. Wenn Sie bei Einzug hohe monatliche Vorauszahlungen vereinbaren, vermeiden Sie Nachzahlungen am Jahresende. Dafür müssen Sie aber während des Jahres mit einer höheren laufenden Belastung rechnen.
Wenn Sie hingegen niedrige Vorauszahlungen wählen, sollten Sie konsequent eine Rücklage für eine mögliche Nachzahlung bilden, statt sich von der scheinbar günstigeren monatlichen Rate täuschen zu lassen. Gerade beim ersten eigenen Haushalt lohnt sich außerdem ein Vergleich der Strom- und Gasanbieter, da hier je nach Verbrauch und Tarif erhebliche Unterschiede bestehen. Wenn Sie diese Fixkosten von Anfang an im Blick behalten, verschaffen Sie sich finanziellen Spielraum für andere Ausgaben und müssen seltener auf kurzfristige Kreditaufnahmen zurückgreifen, um Engpässe zu überbrücken.
Die Einrichtung sinnvoll finanzieren: Kreditarten im Überblick
Anders als die laufende Miete lässt sich die Ersteinrichtung häufig nicht vollständig aus Erspartem bezahlen, besonders wenn mehrere größere Anschaffungen gleichzeitig anstehen. Hier kommt ein klassischer Ratenkredit ins Spiel.
- Ratenkredit: Er ermöglicht es, den Gesamtbetrag für Möbel, Küche und Elektrogeräte in festen monatlichen Raten über einen vereinbarten Zeitraum zurückzuzahlen, statt das komplette Budget auf einen Schlag aufzubringen. Der Vorteil liegt in der Planbarkeit, da Zinssatz und Laufzeit von Beginn an feststehen und sich die monatliche Belastung exakt kalkulieren lässt.
- Privatkredit: Alternativ bieten viele Banken und Kreditvermittler einen Privatkredit an, der sich ebenfalls für die Finanzierung der Erstausstattung eignet und oft ohne Zweckbindung vergeben wird. Die Mittel können Sie flexibel für Möbel, Umzug oder Kaution einsetzen.
Wichtig bei beiden Varianten ist der Vergleich der effektiven Jahreszinsen, da sich diese je nach Bonität, Laufzeit und Anbieter deutlich unterscheiden können. Wenn Sie mehrere Angebote einholen, sparen Sie häufig mehrere Hundert Euro an Zinskosten über die gesamte Laufzeit. Auch die Möglichkeit einer Sondertilgung sollten Sie vor Vertragsabschluss prüfen, damit der Kredit bei unerwarteten Geldeingängen schneller zurückgezahlt werden kann.
Modernisierung und Renovierung: Wenn Wenn die neue Wohnung mehr benötigt
Nicht jede erste eigene Wohnung ist bezugsfertig im eigentlichen Sinn. Gerade ältere Bestandswohnungen benötigen oft Investitionen, bevor sie wirklich wohnlich werden, etwa:
- Neue Böden
- Frischer Anstrich
- Moderne Sanitäranlagen
- Verbesserung der Elektroinstallation
Auch energetische Maßnahmen wie neue Fenster oder eine bessere Dämmung gewinnen angesichts steigender Energiepreise an Bedeutung. Wenn Sie eine Wohnung kaufen oder größere bauliche Veränderungen selbst finanzieren müssen, sollten Sie hierfür nicht denselben Kredit nutzen wie für die Möbel. Für solche Vorhaben eignet sich ein spezieller Modernisierungskredit, der oft zu günstigeren Konditionen vergeben wird als eine klassische Möbelfinanzierung, da die Mittel zweckgebunden in die Bausubstanz fließen.
Manche Anbieter verlangen dafür Nachweise über die geplanten Arbeiten, etwa Kostenvoranschläge von Handwerksbetrieben. Der Vorteil liegt in der oft längeren Laufzeit und den niedrigeren Zinssätzen, die sich aus der Zweckbindung ergeben. Wenn Sie Modernisierungsmaßnahmen planen, sollten Sie außerdem prüfen, ob öffentliche Fördermittel infrage kommen. Diese lassen sich mit der Kreditsumme kombinieren und senken die tatsächliche Finanzierungslast spürbar.
Worauf Sie bei der Kreditwahl grundsätzlich achten sollten
Bei der Auswahl des passenden Kredits für Ersteinrichtung oder Modernisierung spielen mehrere Faktoren eine Rolle, die über die reine Höhe der monatlichen Rate hinausgehen. Der effektive Jahreszins ist die wichtigste Vergleichsgröße, da er neben dem Nominalzins auch Gebühren und weitere Kosten berücksichtigt. Auch die Laufzeit beeinflusst die Gesamtkosten erheblich: Eine längere Laufzeit senkt zwar die monatliche Rate, erhöht aber meist die insgesamt gezahlten Zinsen.
Vorsicht ist bei Angeboten geboten, die besonders schnelle Auszahlung versprechen. Ein sogenannter Schnellkredit oder Eilkredit kann in dringenden Situationen hilfreich sein, wenn etwa kurzfristig die Kaution für die neue Wohnung aufgebracht werden muss. Das Darlehen geht aber häufig mit höheren Zinsen oder strengeren Bonitätsanforderungen einher als ein regulär beantragter Kredit mit etwas längerer Bearbeitungszeit.
Wenn Sie keinen akuten Zeitdruck haben, fahren Sie in der Regel besser mit einem sorgfältig verglichenen klassischen Kredit statt mit einer Eilvariante. Grundsätzlich gilt: Die monatliche Kreditrate sollte zusätzlich zur Warmmiete und den übrigen Fixkosten tragbar bleiben, ohne dass die finanzielle Reserve für Notfälle aufgebraucht wird. Ein realistischer Haushaltsplan vor Vertragsabschluss zeigt, welche Rate dauerhaft verkraftbar ist, ohne dass der Alltag durch die Rückzahlung eingeschränkt wird.
Alternativen und Ergänzungen zur klassischen Kreditfinanzierung
Nicht jede Anschaffung muss über einen Kredit laufen. Gebrauchte Möbel aus Kleinanzeigen, Second-Hand-Portalen oder Haushaltsauflösungen kosten oft nur einen Bruchteil des Neupreises und lassen sich mit etwas handwerklichem Geschick oder frischer Farbe optisch aufwerten. Auch Familie und Freunde geben gebrauchte Elektrogeräte oder Möbelstücke häufig gerne weiter, wenn sie selbst neu einrichten. Wenn Sie auf diesem Weg einen Teil der Erstausstattung decken, reduzieren Sie den Kreditbedarf spürbar und behalten mehr finanziellen Spielraum für die Positionen, die tatsächlich neu angeschafft werden müssen.
Eine weitere Möglichkeit ist die Ratenzahlung direkt beim Möbelhaus oder Elektronikhändler, die häufig als zinsfreie oder zinsgünstige Finanzierung über wenige Monate angeboten wird. Solche Angebote lohnen sich vorrangig bei kürzeren Laufzeiten, sollten aber ebenso sorgfältig geprüft werden wie ein klassischer Bankkredit. Versteckte Gebühren oder ungünstige Vertragsbedingungen können die vermeintliche Ersparnis schnell aufzehren.
Manche Familien unterstützen den Start in die erste eigene Wohnung zudem mit einem zinslosen Darlehen oder einer einmaligen finanziellen Hilfe. Wenn Sie diese Möglichkeit haben, sollten Sie dennoch eine klare schriftliche Vereinbarung über Rückzahlung und Konditionen treffen, um spätere Missverständnisse zu vermeiden. Eine Kombination aus Eigenersparnissen, gebrauchten Möbeln und einer überschaubaren Kreditsumme führt für viele Berufseinsteiger zum finanziell tragfähigsten Ergebnis.
Langfristige Finanzplanung für die eigene Wohnung
Der Einzug in die erste eigene Wohnung ist selten mit dem letzten Möbelstück abgeschlossen. Auch danach fallen regelmäßig Ausgaben an, etwa für Ersatzbeschaffungen, saisonale Anschaffungen oder kleinere Reparaturen, die nicht von der Vermieterseite übernommen werden. Wenn Sie von Anfang an eine kleine monatliche Rücklage einplanen, sind Sie für solche Situationen besser gewappnet und müssen nicht bei jeder unerwarteten Ausgabe erneut einen Kredit aufnehmen.
Sinnvoll ist außerdem, laufende Kredite regelmäßig zu überprüfen: Sinken die Zinsen am Markt oder verbessert sich die eigene finanzielle Situation, kann eine Umschuldung oder vorzeitige Rückzahlung Geld sparen. Auch ein Blick auf die eigene Bonität lohnt sich. Eine gute Kreditwürdigkeit bei künftigen Finanzierungen, etwa für eine größere Wohnung oder späteres Wohneigentum, ermöglicht spürbar bessere Konditionen.
Herr Oliver Schoch ist freiberuflicher Finanz-Redakteur und schreibt für BesserFinanz.
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Für den Einzug in Ihre eigene Mietwohnung eignet sich in den meisten Fällen ein flexibler Ratenkredit oder ein zweckgebundener Kautionskredit, mit dem Sie Mietkaution, Erstausstattung und Umzugskosten gemeinsam abdecken können, ohne Ihre Ersparnisse vollständig aufzubrauchen. Statt für jeden Kostenpunkt einzeln zu sparen oder mehrere kleine Kredite aufzunehmen, bündeln Sie mit einer einzigen Finanzierung alle Ausgaben rund um den Wohnungswechsel in einer überschaubaren Monatsrate. Alternativ lässt sich die Kaution auch über eine Kautionsbürgschaft absichern, sodass Ihr Kredit sich ausschließlich auf Erstausstattung und Umzug konzentrieren kann. Welche Kombination für Sie am günstigsten ist, zeigt ein unabhängiger Kreditvergleich wie über eine Kreditvermittlung.
Die Mietkaution darf laut Gesetz höchstens drei Nettokaltmieten betragen (§ 551 BGB) und liegt in der Praxis meist zwischen 1.000 und 2.700 Euro, abhängig von der vereinbarten Miethöhe. Sie haben außerdem das Recht, die Kaution in bis zu drei gleichen Monatsraten zu zahlen, was den finanziellen Druck direkt beim Einzug bereits deutlich reduziert. Reicht das eigene Ersparte trotzdem nicht aus, lässt sich die Mietkaution über einen speziellen Kautionskredit finanzieren, der häufig direkt an den Vermieter ausgezahlt wird. Alternativ kommt eine Kautionsbürgschaft infrage, mit der Sie überhaupt kein Kapital binden, sondern lediglich eine laufende Jahresgebühr zahlen.
Eine Kautionsbürgschaft beziehungsweise Kautionsversicherung ersetzt die Barkaution durch eine jährliche Gebühr von meist 4 bis 5 Prozent der vereinbarten Kautionssumme, sodass Sie kein Kapital für Jahre binden müssen. Bei einer Kaution von 1.500 Euro liegen die jährlichen Kosten damit bei rund 60 bis 75 Euro, während eine klassische Bankbürgschaft mit einer Avalprovision von etwa 1,5 bis 5 Prozent oft noch etwas günstiger ausfällt. Der Vorteil gegenüber einem Kautionskredit besteht darin, dass kein Darlehensbetrag fließt, den Sie mit Zinsen zurückzahlen müssen, sondern lediglich eine überschaubare, laufende Gebühr anfällt. Besonders lohnenswert ist die Bürgschaft, wenn Sie Ihr Erspartes lieber für Erstausstattung, Umzug oder als finanziellen Puffer zurückhalten möchten.
Die Kosten für die Erstausstattung einer eigenen Wohnung hängen stark vom gewünschten Standard ab: Eine minimale Ausstattung mit überwiegend gebrauchten Möbeln ist bereits ab 500 bis 800 Euro möglich, eine solide Grundausstattung aus einem Mix von neu und gebraucht liegt meist bei 1.500 bis 2.500 Euro. Wer alles komplett neu kauft, inklusive Waschmaschine, Kühlschrank und vollständiger Möblierung, sollte für eine kleine Ein- bis Zwei-Zimmer-Wohnung mit 3.000 bis 5.000 Euro rechnen. Größere Wohnungen mit zwei bis drei Zimmern verursachen entsprechend höhere Kosten von häufig 8.000 Euro und mehr, wenn nahezu alles neu angeschafft wird. Da diese Summe selten komplett aus Rücklagen bezahlt werden kann, lohnt sich häufig ein Ratenkredit, der die Anschaffungen in überschaubare monatliche Raten aufteilt.
Die Zinsen für einen Ratenkredit zur Finanzierung von Kaution und Erstausstattung liegen im August 2026 im Marktdurchschnitt bei rund 6,2 bis 8,5 Prozent effektivem Jahreszins, wobei Kreditnehmer mit guter Bonität häufig deutlich günstigere Angebote zwischen 3 und 6 Prozent effektiv erhalten. Spezielle Kautionskredite, die gezielt die Mietkaution abdecken, werden teils schon ab rund 2 Prozent Sollzins angeboten, können bei schwächerer Bonität aber auch bis zu 12 Prozent kosten. Die tatsächliche Zinshöhe hängt vor allem von Kreditbetrag, Laufzeit und Ihrer individuellen Bonitätsprüfung ab, weshalb sich die Angebote einzelner Banken teils erheblich unterscheiden. Ein unabhängiger Kreditvergleich vor Vertragsabschluss lohnt sich daher fast immer, um den günstigsten effektiven Jahreszins für Ihre Situation zu finden.
Für die Finanzierung von Miete, Kaution und Erstausstattung stehen Ihnen im Kern drei Möglichkeiten zur Verfügung: ein freier Ratenkredit, ein zweckgebundener Kautionskredit oder eine Null-Prozent-Finanzierung direkt beim Möbelhaus. Ein Ratenkredit eignet sich besonders gut, wenn Sie mehrere Kostenpunkte wie Kaution, Möbel und Umzug in einer einzigen, überschaubaren Monatsrate zusammenfassen möchten. Ein spezieller Kautionskredit deckt ausschließlich die Mietkaution ab und wird häufig direkt an den Vermieter ausgezahlt, während eine Null-Prozent-Finanzierung des Möbelhauses zwar zinsfrei erscheint, oft aber nur für ausgewählte Produkte und kürzere Laufzeiten gilt. Ein unabhängiger Kreditvergleich wie über eine Kreditvermittlung zeigt Ihnen, welche Kombination der drei Varianten für Ihre konkrete Situation die günstigsten Gesamtkosten verursacht.
Ja, auch die ersten Mietzahlungen lassen sich über einen Ratenkredit finanzieren, was besonders dann hilfreich ist, wenn Sie durch die Kündigungsfrist Ihrer alten Wohnung übergangsweise doppelte Miete zahlen müssen. In dieser Übergangsphase fallen häufig ein bis zwei zusätzliche Monatsmieten an, die neben Kaution und Erstausstattung kurzfristig finanziert werden müssen. Ein Ratenkredit gleicht diesen vorübergehenden finanziellen Engpass aus, indem er die Gesamtbelastung auf mehrere Monate verteilt, statt alles auf einmal aus Rücklagen zu bezahlen. Sinnvoll ist es, die voraussichtliche Doppelmiete bereits bei der Kreditsumme einzuplanen, damit Sie nicht kurz nach dem Einzug einen weiteren Kredit aufnehmen müssen.
Für den Einzug in eine neue Mietwohnung sollten Sie insgesamt mit einem Startkapital von rund 2.000 bis 5.000 Euro rechnen, je nach Wohnungsgröße, Kautionshöhe und gewünschtem Ausstattungsstandard. Den größten Anteil macht meist die Mietkaution mit bis zu drei Nettokaltmieten aus, gefolgt von der Erstausstattung mit 1.000 bis 3.000 Euro sowie Umzugskosten von 100 bis 1.200 Euro je nach Entfernung und Umfang. Hinzu kommen häufig die erste Kaltmiete im Voraus sowie gegebenenfalls eine Maklerprovision, sofern Sie selbst als Mieter einen Makler beauftragt haben. Eine realistische Kalkulation aller Einzelposten vor dem Einzug hilft Ihnen, den tatsächlichen Finanzierungsbedarf zu ermitteln und eine passende Kreditsumme zu wählen.
Über eine Kreditvermittlung läuft die Beantragung eines Kredits für Ihre eigene Mietwohnung in wenigen Schritten ab: Zunächst ermitteln Sie Ihren gesamten Finanzierungsbedarf aus Kaution, Erstausstattung, Umzug und gegebenenfalls doppelter Miete. Anschließend vergleicht die Kreditvermittlung für Sie die Konditionen mehrerer Banken, sowohl für klassische Ratenkredite als auch für spezielle Kautionskredite. Nach der Bonitätsprüfung erhalten Sie ein individuelles, unverbindliches Kreditangebot mit dem für Ihre Situation günstigsten effektiven Jahreszins, oft innerhalb weniger Werktage. Der Vorteil eines unabhängigen Kreditvergleichs liegt darin, dass Sie nicht selbst jede Bank einzeln anfragen müssen und gleichzeitig von besseren Konditionen profitieren können.
Ein Kredit für den Umzug in die neue Wohnung lohnt sich vor allem dann, wenn die Umzugskosten zusammen mit Kaution und Erstausstattung Ihr verfügbares Budget übersteigen. Ein Nahumzug mit Helfern und Transporter kostet meist zwischen 100 und 500 Euro, während ein professionelles Umzugsunternehmen je nach Entfernung und Wohnungsgröße 400 bis 1.200 Euro oder bei Fernumzügen sogar deutlich mehr in Rechnung stellt. Statt die Umzugskosten separat zu finanzieren, empfiehlt es sich vornehmlich, sie direkt in einen umfassenden Ratenkredit für den gesamten Einzug einzurechnen, um nur eine einzige, überschaubare Monatsrate zu haben. So behalten Sie den vollen Überblick über Ihre Gesamtbelastung und vermeiden mehrere parallele Kreditverträge mit unterschiedlichen Konditionen.
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