Hitzewellen werden heftiger – Klimaanlage oder Wärmepumpe nachrüsten
- Kategorie: Aktuelles, Kredite
- vom:
- Author: Oliver Schoch
Die Sommer in Deutschland werden spürbar heißer. Daher stellen sich immer mehr Hausbesitzer die Frage, wie sie ihr Zuhause an heißen Tagen kühl halten können. Während früher vorrangig an Heizkosten im Winter gedacht wurde, rückt jetzt die aktive Kühlung in den Fokus. Zwei Lösungen stehen dabei besonders im Vordergrund: die klassische Klimaanlage und die Wärmepumpe, die neben dem Heizen auch zum Kühlen genutzt werden kann.
Beide Systeme verursachen Anschaffungskosten, die sich nicht jeder sofort aus der eigenen Tasche leisten kann oder möchte. Deshalb lohnt sich ein Blick darauf, wie sich das Nachrüsten sinnvoll über einen Kredit finanzieren lässt, und zwar inklusive staatlicher Förderung, passender Kreditarten und der richtigen Vorgehensweise bei der Antragstellung.
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Wärmepumpe nachrüsten Kosten - damit müssen Sie rechnen
Wenn Sie eine Wärmepumpe nachrüsten möchten, sollten Sie sich vorab mit den zu erwartenden Kosten vertraut machen, denn diese variieren je nach Gebäudetyp, Wärmepumpenart und Installationsaufwand erheblich. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Luft-Wasser-Wärmepumpen, die vergleichsweise günstig und unkompliziert nachzurüsten sind, und Erdwärmepumpen, die durch Bohrarbeiten oder Erdkollektoren höhere Investitionen erfordern.
Auch das Alter und der energetische Zustand des Gebäudes spielen eine Rolle: In einem schlecht gedämmten Altbau muss die Wärmepumpe oft größer dimensioniert werden, was die Kosten zusätzlich erhöht. Hinzu kommen mögliche Anpassungen am bestehenden Heizsystem, etwa der Austausch von Heizkörpern gegen Flächenheizungen oder größere Radiatoren, damit die Anlage effizient arbeitet.
Eine beispielhafte Kostenrechnung für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit rund 150 Quadratmetern Wohnfläche könnte folgendermaßen aussehen:
- Luft-Wasser-Wärmepumpe (Gerät, Installation, Pufferspeicher): 18.000 bis 24.000 €
- Erdwärmepumpe inklusive Erdsondenbohrung: 28.000 bis 38.000 €
- Anpassung des Heizsystems (Flächenheizung, größere Heizkörper): 3.000 bis 8.000 €
- Elektroinstallation und Zählerumbau: 1.000 bis 2.500 €
- Fachplanung und Inbetriebnahme: 800 bis 1.500 €
In Summe ergeben sich für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe inklusive Nebenkosten häufig Gesamtkosten zwischen 22.000 und 30.000 €, bei einer Erdwärmepumpe entsprechend mehr. Diese Summe lässt sich durch die KfW-Förderung spürbar reduzieren. Dennoch bleibt in der Regel ein Eigenanteil, der finanziert werden muss. Genau hier setzt die Überlegung an, ob ein Modernisierungskredit, ein klassisches Darlehen oder eine andere Finanzierungsform die passende Lösung ist.
Wärmepumpe clever nutzen - Wärmepumpe zum Kühlen nachrüsten
Ein oft unterschätzter Vorteil moderner Wärmepumpen liegt in ihrer Fähigkeit, nicht nur zu heizen, sondern auch zu kühlen. Technisch funktioniert dies über die Umkehrung des Kältekreislaufs: Während im Winter die Wärmepumpe der Umgebungsluft, dem Erdreich oder dem Grundwasser Wärme entzieht und diese an das Heizsystem abgibt, kann sie im Sommer den umgekehrten Weg gehen. Dabei wird dem Gebäude Wärme entzogen und nach außen abgeführt. Man unterscheidet zwei technische Verfahren: das aktive Kühlen und das passive Kühlen.
Beim aktiven Kühlen läuft der Kältemittelkreislauf tatsächlich in umgekehrter Richtung, ähnlich wie bei einer klassischen Klimaanlage. Der Kompressor arbeitet dabei aktiv, was einen gewissen Stromverbrauch verursacht. Dieser ist allerdings deutlich geringer als bei einer reinen Klimaanlage, da die vorhandene Anlagentechnik bereits genutzt wird. Beim passiven Kühlen, das hauptsächlich bei Erdwärmepumpen möglich ist, wird lediglich die kühle Temperatur des Erdreichs über einen Wärmetauscher genutzt, ohne dass der Kompressor läuft. Diese Variante ist besonders energiesparend, erreicht jedoch nicht die gleiche Kühlleistung wie das aktive Verfahren.
Damit die Kühlung sinnvoll genutzt werden kann, muss die Wärmepumpe bereits bei der Anschaffung entsprechend ausgestattet sein oder nachträglich mit einem Umschaltventil und der passenden Regelungstechnik versehen werden. Auch das Verteilsystem im Haus spielt eine Rolle: Flächenheizungen wie Fußboden- oder Wandheizungen eignen sich hervorragend zur Kühlung, da sie großflächig und mit moderater Temperaturdifferenz arbeiten und so Kondensationsprobleme vermeiden. Klassische Heizkörper sind für die Kühlfunktion dagegen weniger geeignet. Wenn Sie eine Wärmepumpe nachrüsten möchten und gleichzeitig die Kühlfunktion nutzen wollen, sollten Sie diesen Aspekt daher bereits bei der Planung berücksichtigen und mit dem Fachbetrieb konkret ansprechen.
Die Unterschiede kennen - Klimaanlage vs. Wärmepumpe
Auf den ersten Blick erscheinen Klimaanlage und Wärmepumpe als austauschbare Lösungen für kühle Räume, tatsächlich unterscheiden sie sich jedoch in Funktionsumfang und Anschaffungskosten erheblich. Eine Klimaanlage dient in erster Linie der Kühlung und wird meist als Split-Klimaanlage installiert, während eine Wärmepumpe primär als Heizung mit einer Heizleistung konzipiert ist und die Kühlfunktion als Zusatznutzen mitbringt.
Wenn Sie bereits über eine funktionierende Heizung verfügen und nur eine schnelle Lösung gegen die sommerliche Hitze suchen, sind Sie mit einer Klimaanlage oft günstiger unterwegs. Wenn Sie hingegen ohnehin eine neue Heizung benötigen, profitieren Sie beispielsweise von der Umrüstung einer fossilen Gasheizung in die Wärmepumpe als Kombi-Lösung mit staatlicher Förderung. Im Folgenden zeigen wir im Überblick die wichtigsten Unterschiede zwischen den zwei Systemen.
| Kriterium | Klimaanlage | Wärmepumpe |
|---|---|---|
| Hauptfunktion | Kühlen | Heizen (mit optionaler Kühlfunktion) |
| Anschaffungskosten | ca. 1.500 bis 6.000 € | 18.000 bis 38.000 € |
| Staatliche Förderung | In der Regel nicht förderfähig | Bis zu 70 % über KfW-Programm 458 |
| Installationsaufwand | Gering bis mittel | Mittel bis hoch |
| Heizfunktion | Nicht vorhanden | Vollwertiges Heizsystem |
| Energieeffizienz | Abhängig vom Gerät, meistens geringer | Sehr hoch, insbesondere im Heizbetrieb |
| Betriebskosten | Vergleichsweise niedrig im Sommer | Ganzjährig relevant, aber effizient |
| Amortisation | Schneller bei reiner Kühlnutzung | Langfristig durch Förderung und Heizkosteneinsparung |
Für die Entscheidung zwischen beiden Systemen sind also nicht nur die Anschaffungskosten entscheidend, sondern auch der geplante Nutzungszeitraum und die persönliche Prioritätensetzung zwischen schneller Kühlung und langfristiger energetischer Modernisierung.
Den passenden Kredit für Wärmepumpe finden
Sobald die Entscheidung für eine Wärmepumpe oder eine Klimaanlage gefallen ist, stellt sich die Frage der Finanzierung. Der Markt bietet dafür verschiedene Kreditarten, die sich in Zinssatz, Laufzeit und Flexibilität unterscheiden.
- Ratenkredit: Ein klassischer Ratenkredit, auch als Konsumentenkredit bekannt, eignet sich für kleinere bis mittlere Investitionssummen und lässt sich unkompliziert bei Banken oder über Finanzierungsvermittler abschließen. Die monatliche Rate bleibt über die gesamte Laufzeit konstant, was die Kalkulation erleichtert.
- Modernisierungskredit: Für größere Modernisierungsvorhaben, zu denen das Nachrüsten einer Wärmepumpe in der Regel zählt, bietet sich ein spezieller Modernisierungskredit an. Dieser wird häufig zu günstigeren Konditionen vergeben als ein allgemeiner Ratenkredit, da der Verwendungszweck klar definiert ist und die Bank das Risiko besser einschätzen kann. Viele Banken verlangen dafür Nachweise wie Kostenvoranschläge oder Rechnungen des Fachbetriebs.
- Onlinekredit: Wenn Sie die Finanzierung schnell und unkompliziert von zu Hause aus abwickeln möchten, finden Sie bei zahlreichen Direktbanken einen Online-Kredit, der sich vollständig digital beantragen lässt und oft innerhalb weniger Werktage zur Auszahlung führt.
- Eilkredit: Muss die Finanzierung besonders schnell stehen, etwa weil der Fachbetrieb kurzfristig einen Installationstermin anbietet, kommt auch ein Eilkredit bzw. Schnellkredit infrage. Dieser zeichnet sich durch eine beschleunigte Bearbeitung aus, ist im Gegenzug jedoch häufig mit etwas höheren Zinsen verbunden.
- Immobilienkredit: Wenn Sie die Wärmepumpe direkt mit der Immobilie verknüpfen möchten, können Sie zudem über ein mit einer Grundschuld besichertes Darlehen nachdenken. Dieser Immobilienkredit ermöglicht durch die Absicherung über die Immobilie meistens niedrigere Zinssätze als ein unbesicherter Kredit.
Bei der Suche nach dem passenden Kredit lohnt sich ein Vergleich mehrerer Angebote, da sich die effektiven Jahreszinsen je nach Bank und Bonität teils deutlich unterscheiden. Wichtig ist außerdem, die Fördermöglichkeiten der KfW mit einem privaten Kredit zu kombinieren, um die Gesamtfinanzierung möglichst günstig zu gestalten.
So beantragt man einen KfW Kredit für Wärmepumpe
Die zentrale Förderung für das Nachrüsten einer Wärmepumpe erfolgt über das KfW-Programm 458, die Heizungsförderung für Privatpersonen im Wohngebäude. Dieses Programm setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen, die addiert werden können:
- Grundförderung von 30 % der förderfähigen Kosten für jeden privaten Eigentümer, der auf eine Wärmepumpe umsteigt.
- Mögliche Boni für den Austausch alter fossiler Heizungen, für Effizienz, für ein niedrigeres Einkommen sowie für den Einsatz natürlicher Kältemittel.
Insgesamt lassen sich so bei Einhaltung der Förder-Bedingungen zwischen 30 und 70 % der förderfähigen Kosten als Zuschuss erhalten. Wenn Sie den verbleibenden Eigenanteil nicht sofort aufbringen können, haben Sie obendrein die Möglichkeit, den Ergänzungskredit der KfW über die Programme 358 und 359 zusätzlich zum Investitionszuschuss zu nutzen.
Für umfassendere Sanierungsvorhaben, bei denen die Wärmepumpe Teil einer Komplettsanierung zum Effizienzhaus ist, kommt zudem das Kreditprogramm 261/262 mit einem zinsgünstigen Darlehen von bis zu 150.000 € pro Wohneinheit infrage. Für die eigentliche Antragstellung des KfW-Kredits hat sich in der Praxis folgender Ablauf bewährt:
- Beratung und Angebotseinholung: Lassen Sie sich von einem Fachunternehmen oder einem Energieeffizienz-Experten zur passenden Wärmepumpe beraten und holen Sie mindestens zwei bis drei vergleichbare Angebote ein, um Preise und Leistungsumfang gegenüberzustellen.
- Fachbetrieb mit Erfahrung auswählen: Achten Sie darauf, dass der Handwerksbetrieb bereits Erfahrung mit KfW-Förderanträgen hat, da nicht jeder Betrieb mit den formalen Anforderungen vertraut ist.
- Liefer- und Leistungsvertrag abschließen: Schließen Sie mit dem Fachbetrieb einen Vertrag, der eine aufschiebende oder auflösende Bedingung enthält, die den Vertrag an die Förderzusage knüpft. Ohne diese Klausel drohen bei einer Ablehnung des Förderantrags rechtliche Komplikationen.
- Bestätigung zum Antrag einholen: Das Fachunternehmen erstellt die sogenannte „Bestätigung zum Antrag“, die als Grundlage für den eigentlichen Förderantrag dient.
- Registrierung im KfW-Kundenportal: Registrieren Sie sich im KfW-Kundenportal „Meine KfW“ und stellen Sie dort den Förderantrag im Programm 458, wofür Sie die BzA-ID sowie den abgeschlossenen Vertrag benötigen.
- Auf Förderzusage warten: Erst nach positiver Prüfung durch die KfW erhalten Sie die Förderzusage. Danach sollten die Arbeiten final beauftragt, genauer gesagt abgeschlossen werden, da eine rückwirkende Förderung ohne gültige Zusage nicht möglich ist.
- Umsetzung und Nachweise sammeln: Lassen Sie die Wärmepumpe einbauen und bewahren Sie alle Rechnungen, Nachweise und Prüfprotokolle sorgfältig auf, da diese für die spätere Auszahlung benötigt werden.
- Auszahlung beantragen: Nach Abschluss der Arbeiten reichen Sie die Nachweise über das KfW-Portal ein. Erst wenn alle Unterlagen geprüft wurden, erfolgt die Auszahlung des Zuschusses. Da Sie die Kosten zunächst selbst tragen müssen, sollte die Zwischenfinanzierung über ein Darlehen oder einen Modernisierungskredit bereits im Vorfeld geklärt sein.
Wenn Sie die Wärmepumpe nachrüsten möchten und dabei sowohl die staatliche Förderung als auch einen ergänzenden Kredit nutzen, sollten Sie den zeitlichen Ablauf genau im Blick behalten. Da die Auszahlung der Zuschüsse erst nach vollständigem Abschluss und geprüften Nachweisen erfolgt, überbrückt ein privater Kredit als Zwischenfinanzierung oder der KfW-Ergänzungskredit häufig den Zeitraum zwischen Investition und Fördergeld.
Klimaanlage Finanzierung - So lässt sich eine Klimaanlage günstig finanzieren
Anders als bei der Wärmepumpe gibt es für die reine Klimaanlage in der Regel keine direkte staatliche Förderung, da sie ausschließlich der Kühlung dient und nicht als energetische Heizungsmaßnahme gilt. Wenn Sie eine Klimaanlage nachrüsten möchten, sind Sie daher meistens auf eine klassische Kreditfinanzierung angewiesen. Da die Anschaffungskosten deutlich niedriger liegen als bei einer Wärmepumpe, kommen hierfür vor allem Konsumentenkredite infrage, die sich unkompliziert und meist innerhalb weniger Tage abschließen lassen.
Um eine Klimaanlage günstig zu finanzieren, lohnt sich zunächst ein Vergleich verschiedener Kreditangebote, da sich die effektiven Jahreszinsen zwischen Banken teils erheblich unterscheiden. Ein Online-Kredit bietet dabei oft attraktivere Konditionen als ein klassischer Filialkredit, da Direktbanken durch geringere Vertriebskosten günstigere Zinssätze anbieten können. Auch Null-Prozent-Finanzierungen, die manche Fachhändler in Kooperation mit Banken anbieten, können eine attraktive Option sein, sofern die Laufzeit überschaubar bleibt und keine versteckten Gebühren anfallen.
Für die Kreditvergabe müssen in der Regel bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Dazu zählen:
Selbstständige und Freiberufler müssen häufig zusätzliche Nachweise wie Steuerbescheide oder betriebswirtschaftliche Auswertungen vorlegen. Auch das Verhältnis zwischen bestehenden Verbindlichkeiten und dem verfügbaren Einkommen spielt eine Rolle, da die Bank prüft, ob die monatliche Rate tragbar ist.
Wenn Sie die Kreditsumme möglichst gering halten möchten, sollten Sie vor Vertragsabschluss mehrere Angebote von Fachbetrieben einholen und diese genau vergleichen, da sich die Preise für vergleichbare Geräte je nach Anbieter deutlich unterscheiden können. Zusätzlich empfiehlt es sich, auf die Energieeffizienzklasse der Klimaanlage zu achten. Ein effizientes Gerät kann zwar in der Anschaffung teurer sein, langfristig aber niedrigere Stromkosten verursachen und sich dadurch schneller amortisieren.
Herr Oliver Schoch ist freiberuflicher Finanz-Redakteur und schreibt für BesserFinanz.
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Wärmepumpe nachrüsten bedeutet, eine bestehende Öl-, Gas- oder Nachtspeicherheizung nachträglich durch eine Wärmepumpe zu ersetzen – das ist auch im Altbau in den meisten Fällen möglich. Entscheidend sind dabei nicht das Baujahr oder eine bereits vorhandene Fußbodenheizung, sondern die Vorlauftemperatur des Heizsystems, die Heizlast des Gebäudes und ein ausreichender Dämmstandard. Liegt die Vorlauftemperatur bei maximal 50 bis 55 Grad Celsius und die Heizlast bei Luft-Wasser-Wärmepumpen unter 15 kW beziehungsweise bei Erdwärmepumpen unter 20 kW, spricht in der Regel nichts gegen eine energetische Sanierung mit Wärmepumpentechnik. Auch großflächige Heizkörper statt einer klassischen Fußbodenheizung reichen häufig aus, solange sie bei niedriger Vorlauftemperatur genügend Wärme abgeben.
Für das Nachrüsten einer Wärmepumpe sind vier Faktoren maßgeblich: eine niedrige Vorlauftemperatur, eine passende Heizlastberechnung nach DIN EN 12831, ausreichend große Heizflächen und ein geeigneter Aufstellort. Zusätzlich benötigen Sie einen passenden Stromanschluss, da ältere Elektroinstallationen für die Dauerlast der Wärmepumpe oft erweitert werden müssen. Für die Förderfähigkeit über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) muss außerdem eine Jahresarbeitszahl (JAZ) von mindestens 3,0 erreicht und ein hydraulischer Abgleich durchgeführt werden. Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen ist zudem ein ausreichender Lärmschutzabstand zum Nachbargrundstück einzuhalten, bei Erd- oder Wasser-Wärmepumpen können zusätzliche wasserrechtliche Genehmigungen erforderlich sein.
Die Kosten für das Nachrüsten einer Wärmepumpe liegen im Einfamilienhaus je nach Wärmepumpentyp typischerweise zwischen 18.000 und 40.000 Euro brutto vor Förderung. Eine komplett installierte Luft-Wasser-Wärmepumpe schlägt meist mit 14.000 bis 30.000 Euro zu Buche, während eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonde aufgrund der aufwendigeren Erschließung 20.000 bis 45.000 Euro kosten kann. Kommen im Altbau zusätzliche Sanierungsmaßnahmen wie Dämmung, neue Heizkörper oder eine Fußbodenheizung hinzu, steigen die Gesamtkosten entsprechend. Durch die aktuelle Heizungsförderung von bis zu 70, in Einzelfällen bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten reduziert sich Ihr Eigenanteil oft auf rund 6.000 bis 20.000 Euro – die verbleibende Summe lässt sich gut über einen zinsgünstigen Modernisierungskredit finanzieren.
Für die Finanzierung einer Wärmepumpe stehen Ihnen grundsätzlich drei Wege offen: ein zweckgebundener Modernisierungskredit, ein freier Ratenkredit oder der zinsgünstige KfW-Ergänzungskredit im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude. Ein klassischer Ratenkredit eignet sich vor allem, wenn Sie die Wärmepumpe schnell und unkompliziert ohne Zweckbindung finanzieren möchten, während ein Modernisierungskredit meist günstigere Zinssätze bietet, da die Investition dem Werterhalt der Immobilie dient. Wer die KfW-Förderung nutzt, kann den Ergänzungskredit außerdem mit dem BEG-Zuschuss kombinieren und so Eigenkapital schonen. Ein unabhängiger Kreditvergleich lohnt sich in jedem Fall, da sich effektive Jahreszinsen und Kreditkonditionen je nach Anbieter und Bonität deutlich unterscheiden können.
Der KfW-Ergänzungskredit im Rahmen der Heizungsförderung (Programm 458) ist ein zinsgünstiger Kredit für den Heizungstausch, mit dem Sie bis zu 120.000 Euro pro Wohneinheit für den Einbau einer Wärmepumpe finanzieren können. Anspruch auf besonders vergünstigte Konditionen haben private Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von bis zu 90.000 Euro, die die Wärmepumpe in einem selbstgenutzten Wohngebäude installieren. Der Kredit lässt sich zusätzlich zum Zuschuss der Heizungsförderung beantragen, wobei die gesamte öffentliche Förderung aus Zuschuss und Kredit 60 Prozent der förderfähigen Investitionskosten nicht übersteigen darf. Beantragt wird der Ergänzungskredit nicht direkt bei der KfW, sondern über eine Hausbank oder eine Finanzierungsvermittlung, die die Antragstellung und den Konditionenvergleich für Sie übernimmt.
Die effektiven Jahreszinsen des KfW-Ergänzungskredits für Wärmepumpen liegen für Haushalte mit einem zu versteuernden Einkommen bis 90.000 Euro je nach Zinsbindung und Laufzeit oft nur bei wenigen Zehntel Prozent bis rund 1,80 Prozent, bei kürzeren Laufzeiten teils sogar nahe null. Haushalte mit höherem Einkommen erhalten den Kredit weiterhin zu marktnahen, aber leicht vergünstigten Konditionen von etwa 2,80 bis 3,60 Prozent effektivem Jahreszins. Die tatsächliche Zinshöhe hängt von der gewählten Laufzeit, der Zinsbindung und Ihrer individuellen Bonitätsprüfung ab. Da sich die Konditionen der KfW-Förderprogramme regelmäßig ändern, lohnt sich vor der Kreditaufnahme ein aktueller Vergleich der Zinssätze über eine erfahrene Kreditvermittlung.
a, der KfW-Ergänzungskredit lässt sich mit dem Zuschuss der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) kombinieren, sodass Sie Zuschuss und zinsgünstigen Kredit gemeinsam nutzen können. Die Grundförderung beträgt einheitlich 30 Prozent der förderfähigen Kosten und kann durch den Klimageschwindigkeitsbonus sowie einen gestaffelten Einkommensbonus auf bis zu 70 Prozent, bei niedrigem Einkommen mit Kinderzuschlag sogar auf bis zu 80 Prozent steigen. Bei aktuell maximal förderfähigen Kosten von 28.000 Euro für die erste Wohneinheit sind damit Zuschüsse von bis zu rund 22.400 Euro möglich. Die verbleibenden Investitionskosten, die nicht durch den Zuschuss gedeckt sind, können Sie anschließend über den KfW-Ergänzungskredit oder einen ergänzenden Modernisierungskredit finanzieren.
Über einen Finanzierungsvermittler läuft die Beantragung eines Kredits für Ihre Wärmepumpe in wenigen Schritten ab: Zunächst ermitteln Sie Ihren Finanzierungsbedarf inklusive möglicher Fördermittel, anschließend vergleicht die Kreditvermittlung für Sie die Konditionen mehrerer Banken und Förderprogramme. Dazu zählen sowohl klassische Ratenkredite als auch der KfW-Ergänzungskredit, sofern die Einkommensvoraussetzungen erfüllt sind. Nach der Bonitätsprüfung erhalten Sie ein individuelles, unverbindliches Kreditangebot mit dem für Ihre Situation günstigsten effektiven Jahreszins. Der Vorteil eines unabhängigen Kreditvergleichs liegt darin, dass Sie nicht selbst jede Bank einzeln anfragen müssen und gleichzeitig von besseren Konditionen profitieren können.
Eine Klimaanlage lässt sich am unkompliziertesten über einen freien Ratenkredit oder eine Null-Prozent-Finanzierung des Fachhändlers finanzieren, da für reine Kühlgeräte in der Regel keine staatliche Förderung greift. Die Investitionskosten liegen je nach Anlagentyp zwischen rund 1.500 Euro für eine Single-Split-Klimaanlage und mehreren Tausend Euro für eine Multi-Split-Anlage mit mehreren Innengeräten. Ein Kredit lohnt sich vor allem dann, wenn Sie die Anschaffungskosten nicht auf einen Schlag aus Rücklagen zahlen möchten und stattdessen in überschaubaren monatlichen Raten zurückzahlen wollen. Ein Kreditvergleich zeigt dabei häufig deutliche Zinsunterschiede zwischen dem Vor-Ort-Finanzierungsangebot des Fachhändlers und einem unabhängig vermittelten Ratenkredit.
Eine reine Klimaanlage, die ausschließlich der Kühlung dient, wird in der Regel nicht über die KfW oder die Bundesförderung für effiziente Gebäude bezuschusst und muss daher meist komplett über einen Kredit oder Eigenkapital finanziert werden. Anders sieht es bei reversiblen Luft-Luft-Wärmepumpen aus, die sowohl heizen als auch kühlen können: Werden sie als vollwertiger Wärmeerzeuger zum Heizungstausch eingesetzt und erfüllen die technischen Voraussetzungen wie die 65-Prozent-Regel für erneuerbare Energien, können sie unter Umständen wie eine klassische Wärmepumpe gefördert werden. Ob Ihr geplantes Gerät förderfähig ist, hängt stark von der technischen Ausführung und dem Einsatzzweck ab und sollte im Einzelfall geprüft werden. Für die reine Kühlfunktion empfiehlt sich daher überwiegend ein klassischer, flexibler Konsumentenkredit ohne Zweckbindung an eine staatliche Förderung.
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