Pflegekosten für Angehörige steigen – finanzielle Lösungen gesucht
- Kategorie: Aktuelles, Kredite
- vom:
- Author: Oliver Schoch
Die finanzielle Belastung durch Pflege wächst in Deutschland kontinuierlich. Ob im Pflegeheim oder zu Hause: Familien, die einen Angehörigen versorgen lassen, spüren die steigenden Beträge deutlich im eigenen Budget. Höhere Löhne in der Pflegebranche sowie gestiegene Energie- und Sachkosten treiben die Ausgaben nach oben, während die Leistungen der Pflegeversicherung nur einen Teil davon auffangen.
Für viele Angehörige stellt sich deshalb früher oder später die Frage, wie sich diese Kosten dauerhaft stemmen lassen, ohne die eigene finanzielle Stabilität zu gefährden. Unser Beitrag zeigt, warum die Pflegekosten steigen, welche Ausgaben konkret anfallen und mit welchen Finanzierungsmodellen sich die Belastung planbar gestalten lässt.
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Warum die Pflegekosten für Angehörige stetig steigen
Die Ursachen für den anhaltenden Kostenanstieg in der Pflege sind vielschichtig. Ein zentraler Faktor ist der Fachkräftemangel. Um Pflegepersonal zu gewinnen und zu halten, wurden die Löhne in den vergangenen Jahren deutlich angehoben. Seit Mitte 2026 gilt in der Branche zudem ein eigener Pflegemindestlohn, der deutlich über dem allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn liegt. Diese höheren Personalkosten geben Pflegeeinrichtungen und ambulante Dienste unmittelbar an ihre Kunden weiter, da Personal den größten Kostenblock in der Pflege darstellt.
Hinzu kommen gestiegene Sach- und Investitionskosten, da unter anderem folgende Ausgaben teurer werden:
- Energie
- Lebensmittel
- Instandhaltung und Modernisierung von Pflegeeinrichtungen
Diese Mehrausgaben schlagen sich unmittelbar im sogenannten Eigenanteil nieder, also dem Teil der Kosten, den Pflegebedürftige oder ihre Angehörigen selbst tragen müssen. Die Pflegeversicherung zahlt feste Leistungsbeträge, die nicht automatisch mit den tatsächlichen Kosten steigen und seit Jahresbeginn 2026 auf dem Niveau des Vorjahres stabil geblieben sind. Dadurch übernimmt die Pflegekasse mittlerweile nur noch einen kleinen Teil der Gesamtausgaben, während der überwiegende Rest bei den Betroffenen und ihren Familien verbleibt.
Auch der demografische Wandel spielt eine wichtige Rolle. Die Zahl pflegebedürftiger Menschen wächst mit der alternden Gesellschaft kontinuierlich, gleichzeitig sinkt die Zahl verfügbarer Pflegekräfte. Diese Verknappung erhöht den Preisdruck zusätzlich und sorgt dafür, dass freie Plätze in guten Einrichtungen zunehmend gefragt sind.
Politisch diskutierte Reformvorhaben könnten die Belastung in den kommenden Jahren zwar etwas abfedern, konkrete Entlastungen sind jedoch frühestens mittelfristig zu erwarten. Für Angehörige bedeutet das: Wenn Sie heute planen, sollten Sie mit weiter steigenden Beträgen rechnen und sich frühzeitig mit passenden Finanzierungsmöglichkeiten auseinandersetzen, statt erst im akuten Pflegefall zu handeln.
Pflegeheim oder ambulante Pflege: Ein Kostenvergleich
Ob die Versorgung im Heim oder zu Hause erfolgt, hat erheblichen Einfluss auf die Höhe der Kosten. Im Pflegeheim setzt sich der monatliche Eigenanteil aus mehreren Bausteinen zusammen:
- dem pflegebedingten Anteil
- den Kosten für Unterkunft und Verpflegung
- den Investitionskosten der Einrichtung
In der Summe kommen dabei bundesweit im Durchschnitt mehrere Tausend € pro Monat zusammen, wobei die Beträge je nach Bundesland und Einrichtung stark variieren können. Wenn Sie neu ins Heim einziehen, zahlen Sie im ersten Jahr zudem den höchsten Anteil, da gestaffelte Leistungszuschläge der Pflegekasse erst mit zunehmender Aufenthaltsdauer greifen und die Belastung schrittweise senken.
Die ambulante Pflege zu Hause funktioniert finanziell anders. Hier stehen je nach Pflegegrad monatliche Budgets für professionelle Pflegedienste oder ein Pflegegeld zur Verfügung, wenn Angehörige die Versorgung selbst organisieren. Diese Budgets reichen bei niedrigeren Pflegegraden häufig nicht aus, um den tatsächlichen Bedarf vollständig zu decken. Ein Grund ist, wenn mehrmals täglich Unterstützung nötig ist oder zusätzliche hauswirtschaftliche Hilfe hinzukommt. Alles, was über das Budget hinausgeht, zahlen Angehörige aus eigener Tasche, was die Kosten im Alltag schnell in die Höhe treiben kann.
Die ambulante Versorgung ist bei geringerem Pflegebedarf meistens günstiger als ein Heimplatz, kann aber mit steigendem Pflegegrad und wachsendem Betreuungsaufwand schnell ähnlich teuer oder sogar teurer werden. Das gilt vor allem, wenn zusätzlich ein Umbau der Wohnung oder eine Betreuung rund um die Uhr notwendig wird.
Auch organisatorische Faktoren wie die Verfügbarkeit von Pflegediensten in der Region oder die Bereitschaft von Angehörigen, selbst Pflegeaufgaben zu übernehmen, beeinflussen die tatsächliche finanzielle Belastung erheblich. Eine pauschale Empfehlung gibt es daher nicht. Die Entscheidung hängt von Pflegegrad, familiärer Situation und den örtlichen Gegebenheiten ab und Sie sollten diese im Idealfall frühzeitig und in Ruhe treffen.
Diese Kostenarten bestimmen die Pflegefinanzierung
Um die finanzielle Belastung realistisch einschätzen zu können, lohnt sich ein Blick auf die einzelnen Kostenblöcke, die bei der Pflege eines Angehörigen typischerweise anfallen.
- Pflegebedingter Eigenanteil im Heim (rund 1.700 € pro Monat): Dieser Anteil deckt die eigentliche pflegerische Versorgung ab und ist innerhalb einer Einrichtung für alle Pflegegrade gleich hoch. Er sinkt mit zunehmender Aufenthaltsdauer durch gestaffelte Zuschläge der Pflegekasse, bleibt aber gerade im ersten Jahr eine erhebliche Belastung. Über mehrere Jahre gerechnet summiert sich allein dieser Posten auf einen fünfstelligen Betrag.
- Unterkunft und Verpflegung (rund 1.000 bis 1.100 € pro Monat): Diese Position umfasst Miete, Reinigung und Mahlzeiten innerhalb der Einrichtung und wird von der Pflegeversicherung nicht übernommen. Sie fällt unabhängig vom Pflegegrad in ähnlicher Höhe an und macht einen wesentlichen Teil des Gesamtbetrags aus. Auch bei einem niedrigen Pflegegrad lässt sich dieser Kostenblock kaum reduzieren.
- Investitionskosten (rund 500 € pro Monat): Damit finanzieren Einrichtungen Bau, Instandhaltung und Modernisierung ihrer Gebäude. Die Höhe variiert je nach Alter sowie Ausstattung des Heims und wird ebenfalls vollständig von den Bewohnern getragen. Neubauten oder frisch sanierte Einrichtungen liegen hier häufig am oberen Rand der Spanne.
- Kosten für ambulante Pflegedienste über das Budget hinaus (variabel): Reicht das monatliche Sachleistungsbudget nicht aus, müssen Angehörige die Differenz selbst zahlen. Schon ein täglicher kurzer Besuch des Pflegedienstes kann das Budget niedrigerer Pflegegrade vollständig ausschöpfen. Bei intensiverer Betreuung mehrmals täglich steigt der ungedeckte Anteil dementsprechend weiter an.
- Barrierefreier Umbau der Wohnung (oft mehrere Tausend € einmalig): Um häusliche Pflege überhaupt zu ermöglichen, sind häufig bauliche Anpassungen nötig, etwa der Einbau einer ebenen Dusche oder eines Treppenlifts. Die Pflegekasse bezuschusst solche Maßnahmen nur bis zu einem festen Höchstbetrag, sodass die tatsächlichen Kosten diesen Zuschuss meistens deutlich übersteigen. Gerade bei umfangreicheren Umbauten wie einem Treppenlift kann die Differenz mehrere Tausend € betragen.
- Pflegehilfsmittel und Verbrauchsmaterialien (rund 40 € Zuschuss pro Monat): Windeln, Desinfektionsmittel oder Einmalhandschuhe gehören zum Pflegealltag dazu. Der pauschale Zuschuss deckt die tatsächlichen Ausgaben in vielen Fällen nur teilweise ab, sodass regelmäßig zusätzliche Kosten entstehen.
- Kurzzeit- und Verhinderungspflege (Jahresbudget von rund 3.539 €): Dieses Budget greift, wenn pflegende Angehörige eine Auszeit benötigen oder selbst erkranken. Bei intensiverem Bedarf ist der Betrag jedoch schnell aufgebraucht, sodass Sie weitere Kosten selbst tragen müssen, wenn etwa ein längerer Krankenhausaufenthalt der pflegenden Person überbrückt werden muss.
Die gesetzliche Pflegeversicherung zahlt je nach Pflegegrad ein monatliches Pflegegeld beziehungsweise Pflegesachleistungen. Bei einer stationären Pflege im Heim bleibt jedoch ein Eigenanteil von durchschnittlich rund 3.245 Euro monatlich im ersten Aufenthaltsjahr.
Hier die Pflegegradleistungen im Überblick (Stand 08/2026):
| Pflegegrad | Pflegegeld/Monat | Pflegesachleistung/Monat |
|---|---|---|
| Pflegegrad 1 | kein Anspruch | kein Anspruch |
| Pflegegrad 2 | 347 € | 796 € |
| Pflegegrad 3 | 599 € | 1.497 € |
| Pflegegrad 4 | 800 € | 1.859 € |
| Pflegegrad 5 | 990 € | 2.299 € |
Laufende Kosten erfordern laufende Lösungen
Ein wesentlicher Punkt, den Sie bei der Finanzierung von Pflege vielleicht unterschätzen: Es handelt sich um dauerhaft anfallende, wiederkehrende Kosten und nicht um eine einmalige Ausgabe. Ein Heimplatz oder ein ambulanter Pflegedienst wird über Monate oder Jahre hinweg bezahlt, häufig mit steigender Tendenz, wenn sich der Pflegegrad im Zeitverlauf erhöht oder zusätzliche Leistungen benötigt werden. Genau deshalb greift die Vorstellung, mit einem einmaligen Kredit über eine feste Summe sei das Thema erledigt, in der Praxis oft zu kurz.
Wenn Sie sich etwa 20.000 € leihen, um damit die Pflege für die kommenden Jahre zu decken, laufen Sie Gefahr, entweder zu viel oder zu wenig aufzunehmen. Steigt der Pflegebedarf schneller als erwartet, reicht die Summe nicht aus und es muss kurzfristig eine weitere Lösung gefunden werden. Sinkt der Bedarf hingegen, etwa nach einer Genesung oder einem Umzug in eine günstigere Einrichtung, wurde möglicherweise mehr Kredit aufgenommen als nötig.
Sinnvoller ist es meistens, die Finanzierung an den tatsächlichen, laufenden Bedarf anzupassen, statt eine große Summe auf einmal aufzunehmen und über Jahre hinweg starr abzuzahlen. Eine Finanzierung, die sich an der monatlichen Realität orientiert, lässt sich in der Regel auch besser mit den übrigen laufenden Ausgaben des Haushalts vereinbaren.
Welche Kreditarten für die Pflegefinanzierung infrage kommen
Für laufende oder kurzfristige Pflegeausgaben eignen sich unterschiedliche Kreditarten.
- Ratenkredit: Ein Ratenkredit passt gut zu konkreten, überschaubaren Einzelausgaben wie einem Umbau des Bades oder einem Pflegebett, da die Rate von Anfang an feststeht.
- Konsumentenkredit: Ein Konsumentenkredit ist hingegen mitunter zweckungebunden und lässt sich flexibel für verschiedenste Ausgaben rund um die Pflege einsetzen, was bei wechselndem Bedarf hilfreich ist.
- Eilkredit: Für plötzliche, dringende Situationen, etwa nach einem Sturz oder einer akuten Verschlechterung, kann ein Eilkredit sinnvoll sein, da er besonders schnell geprüft und ausgezahlt wird.
Wenn Bonität oder bestehende Kredite eine Rolle spielen
Besteht bereits ein laufender Kredit, etwa eine Baufinanzierung, kann ein zusätzlicher Zweitkredit sinnvoll sein, um die Pflegekosten unabhängig davon zu finanzieren. Die Gesamtbelastung beider Raten sollten Sie genau prüfen. Als Alternative wählen manche Angehörige einen Privatkredit über spezialisierte Plattformen, wenn die Bonität für eine klassische Bank nicht ausreicht oder individuellere Konditionen gewünscht sind. Ist die Schufa-Auskunft für eine reguläre Finanzierung nicht positiv genug, kann ein Kredit trotz Schufa eine Option sein, wobei hier meistens höhere Zinsen und ein genauer Anbietervergleich gefragt sind.
Die richtige Pflegefinanzierung finden: 6 Tipps
Im Folgenden erfahren Sie sechs Tipps, was Sie bei der Finanzierung von Pflegekosten der Angehörigen beachten sollten.
- Bedarf realistisch und vorausschauend kalkulieren: Berücksichtigen Sie nicht nur die aktuellen Kosten, sondern auch absehbare Entwicklungen wie einen steigenden Pflegegrad oder einen möglichen Wechsel von ambulanter zu stationärer Pflege. So vermeiden Sie eine Finanzierung, die schon nach kurzer Zeit nicht mehr ausreicht und kurzfristig nachgebessert werden muss.
- Mehrere Angebote unabhängig vergleichen: Effektivzins, Laufzeit und Gesamtkosten unterscheiden sich zwischen Anbietern teils deutlich. Ein sorgfältiger Kreditvergleich lohnt sich gerade bei langfristigen Finanzierungen finanziell spürbar, da sich schon kleine Zinsunterschiede über mehrere Jahre stark summieren können.
- Auf flexible Rückzahlungsoptionen achten: Sondertilgungen oder die Möglichkeit einer Ratenpause helfen, wenn sich die finanzielle Situation ändert. Gerade bei Pflege, deren Verlauf schwer vorhersehbar ist, erhöht das die Planungssicherheit für die gesamte Familie erheblich.
- Monatliche Rate am Haushaltsbudget ausrichten: Die Rate sollte dauerhaft tragbar sein, auch wenn andere Ausgaben wie Miete, Versicherungen oder eigene Verpflichtungen hinzukommen. Eine zu hoch gewählte Belastung kann schnell zu neuen finanziellen Engpässen führen und den eigentlichen Zweck der Finanzierung untergraben.
- Leistungen der Pflegekasse zuerst ausschöpfen: Prüfen Sie vor jeder Kreditaufnahme, welche Zuschüsse, Budgets und Pauschalen bereits zustehen, etwa für Pflegehilfsmittel, Umbaumaßnahmen oder Verhinderungspflege. Ein Kredit sollte die verbleibende Lücke schließen, nicht die eigentliche Finanzierung ersetzen.
- Unabhängige Beratung einholen, bevor Sie einen Kredit beantragen: Ein Kreditvermittler kann helfen, die passende Finanzierungsform für die individuelle Pflegesituation einzuschätzen und verschiedene Angebote objektiv gegenüberzustellen. So lassen sich unpassende oder zu teure Angebote frühzeitig erkennen, bevor eine langfristige Verpflichtung eingegangen wird.
Herr Oliver Schoch ist freiberuflicher Finanz-Redakteur und schreibt für BesserFinanz.
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Reichen Rücklagen und Vermögen nicht aus, lässt sich die Pflegekostenfinanzierung meist aus drei Bausteinen kombinieren: Leistungen der Pflegeversicherung, ergänzende Hilfe vom Sozialamt und ein zweckungebundener Ratenkredit, der kurzfristig Geld für Eigenanteil, Umbaumaßnahmen oder Pflegehilfsmittel bereitstellt.
Der Eigenanteil, den Pflegebedürftige im Pflegeheim monatlich selbst tragen müssen, liegt im bundesweiten Durchschnitt bereits bei 3.245 Euro im ersten Aufenthaltsjahr – die Leistung der gesetzlichen Pflegekasse allein deckt diese Summe in der Regel nicht ab. Ein Kredit zur Pflegekostenfinanzierung über eine unabhängige Kreditvermittlung schließt diese Finanzierungslücke, ohne dass Sie Vermögen, Erspartes oder Immobilien vorzeitig verwerten müssen. So bleibt Ihre finanzielle Absicherung im Alter erhalten, während die akuten Pflegekosten gedeckt sind.
Eine Pflegekostenfinanzierung ist ein Kredit oder eine Kombination aus Kredit, Versicherungsleistung und staatlicher Hilfe, mit der Sie Kosten für häusliche Pflege, einen Heimplatz oder einen altersgerechten Umbau decken. Sinnvoll ist sie, wenn Pflegegeld, Pflegesachleistung und eigenes Vermögen den tatsächlichen Bedarf nicht vollständig abdecken.
Besonders bei plötzlich eintretender Pflegebedürftigkeit – etwa nach einem Sturz, Schlaganfall oder einer schweren Diagnose – entsteht oft kurzfristig ein hoher Finanzierungsbedarf. In solchen Fällen ist ein flexibler Ratenkredit meist schneller verfügbar als der Verkauf von Vermögenswerten oder eine Immobilienbeleihung, und er lässt sich individuell an Pflegegrad, Einkommen und monatliche Belastbarkeit anpassen.
Die gesetzliche Pflegeversicherung zahlt je nach Pflegegrad ein monatliches Pflegegeld von 347 bis 990 Euro (Pflegegrad 2 bis 5) beziehungsweise Pflegesachleistungen von 796 bis 2.299 Euro. Bei stationärer Pflege im Heim bleibt jedoch ein Eigenanteil von durchschnittlich rund 3.245 Euro monatlich im ersten Aufenthaltsjahr.
Zusätzlich steht allen Pflegegraden ein Entlastungsbetrag von 131 Euro monatlich zu. Da die Leistung der Pflegekasse die realen Gesamtkosten eines Heimplatzes – häufig 4.500 bis über 5.000 Euro monatlich – nicht abdeckt, entsteht regelmäßig eine Versorgungslücke, die viele Angehörige über eine ergänzende Pflegekostenfinanzierung oder eine private Pflegezusatzversicherung schließen.
Grundsätzlich müssen pflegebedürftige Personen zunächst ihr eigenes Einkommen und Vermögen einsetzen. Kinder werden für den Elternunterhalt erst herangezogen, wenn ihr eigenes Bruttojahreseinkommen mehr als 100.000 Euro beträgt – das Vermögen des Kindes bleibt davon unberührt.
Diese Regelung ergibt sich aus dem Angehörigen-Entlastungsgesetz, das seit dem 1. Januar 2020 gilt (§ 94 Abs. 1a SGB XII) und Kinder pflegebedürftiger Eltern gezielt vor finanzieller Überforderung schützt. Liegt Ihr eigenes Einkommen unter dieser Grenze, besteht in der Regel keine gesetzliche Unterhaltspflicht gegenüber den Eltern – unabhängig von der Höhe der Pflegekosten. Übernehmen Sie freiwillig einen Teil der Pflegekostenfinanzierung, etwa für einen besseren Heimplatz oder zusätzliche Betreuung, bietet sich ein separater Kredit an, damit Ihr eigenes Vermögen und Ihre Altersvorsorge unangetastet bleiben.
Reichen Einkommen, Vermögen und Leistungen der Pflegeversicherung nicht aus, springt die „Hilfe zur Pflege“ nach dem SGB XII als nachrangige Sozialleistung ein. Sie deckt den tatsächlichen Pflegebedarf ohne feste Obergrenze, sofern ein Schonvermögen von rund 10.000 Euro nicht überschritten wird.
Die Hilfe zur Pflege wird beim Sozialamt beantragt und setzt eine anerkannte Pflegebedürftigkeit sowie finanzielle Bedürftigkeit voraus – das heißt, eigenes Einkommen, Vermögen und die Leistung der Pflegekasse müssen zunächst ausgeschöpft sein. Bis die Bewilligung durch das Sozialamt vorliegt, entsteht häufig eine finanzielle Übergangslücke, etwa weil der Heimplatz sofort bezahlt werden muss. Ein kurzfristiger Kredit zur Pflegekostenfinanzierung kann diese Wartezeit überbrücken, ohne dass Sie auf Ihr Schonvermögen zurückgreifen müssen.
Die Eigenbeteiligung an den Pflegekosten liegt 2026 im Bundesdurchschnitt bei rund 3.245 Euro monatlich im ersten Aufenthaltsjahr im Pflegeheim und sinkt gestaffelt auf etwa 2.056 Euro ab dem vierten Jahr. Häusliche Pflege ist meist günstiger, verursacht aber zusätzliche Kosten für Pflegehilfsmittel, Umbau und Betreuungspersonal.
Die genaue Höhe hängt vom Pflegegrad, dem Bundesland und der Einrichtung ab. Übersteigt die monatliche Belastung Ihr laufendes Einkommen, lässt sich die Differenz über eine Kombination aus Pflegegeld, Rücklagen und einem passenden Kredit zur Pflegekostenfinanzierung ausgleichen – ein unabhängiger Kreditvergleich über eine Kreditvermittlung zeigt, welche Konditionen zu Ihrer individuellen Situation passen.
Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt nur einen Teil der Pflegekosten ab. Eine private Pflegezusatzversicherung kann diese Versorgungslücke schließen, sofern sie frühzeitig – idealerweise vor dem 55. Lebensjahr – abgeschlossen wird. Für bereits eingetretene Pflegefälle greift eine solche Versicherung in der Regel nicht mehr.
Die Beiträge richten sich nach Eintrittsalter, Gesundheitszustand und gewünschter Leistungshöhe und beginnen je nach Anbieter bei knapp 17 Euro monatlich. Ist bereits ein akuter Pflegefall eingetreten, ohne dass eine private Absicherung vorhanden ist, bleibt ein Kredit häufig die schnellste Möglichkeit, die entstehende Finanzierungslücke zwischen Versicherungsleistung und tatsächlichem Pflegebedarf zu überbrücken.
Bei einer Kreditvermittlung stellen Sie einen Finanzierungsbedarf einmalig online fest, und die Vermittlung vergleicht Konditionen mehrerer Banken und Kreditgeber, um das passende Angebot für Ihre Pflegekostenfinanzierung zu finden. Der Kredit ist meist zweckungebunden und lässt sich flexibel für Heimkosten, Umbau, Pflegehilfsmittel oder Überbrückungszeiträume einsetzen.
Da eine Kreditvermittlung und nicht als einzelne Bank auftritt, profitieren Sie von einem breiten Marktvergleich statt eines einzelnen Angebots. Das erhöht die Chance auf günstige Zinsen und passende Rückzahlungsraten, selbst wenn die Bonität durch bestehende Pflegekosten oder ein reduziertes Einkommen bereits belastet ist.
Nach vollständiger Antragstellung und positiver Bonitätsprüfung wird ein vermittelter Ratenkredit zur Pflegekostenfinanzierung häufig innerhalb von 24 bis 48 Stunden ausgezahlt. Bei besonders dringendem Bedarf, etwa für einen kurzfristigen Heimplatzwechsel, lassen sich über spezialisierte Kreditvermittlungen auch Sofortkredite mit beschleunigter Bearbeitung anfragen.
Wichtig für eine zügige Auszahlung sind vollständige Unterlagen zu Einkommen, laufenden Kosten und gegebenenfalls dem bestehenden Pflegegrad. Je genauer Sie Ihren Finanzierungsbedarf angeben, desto schneller kann die Kreditvermittlung ein passendes Angebot mehrerer Banken zusammenstellen und die Auszahlung des benötigten Geldes veranlassen.
Für einen Kredit zur Pflegekostenfinanzierung benötigen Sie in der Regel Volljährigkeit, einen Wohnsitz in Deutschland, ein regelmäßiges Einkommen (etwa Rente, Gehalt oder Pflegegeld) sowie eine ausreichende Bonität. Eine Schufa-Auskunft ist bei den meisten Kreditgebern Bestandteil der Prüfung.
Auch wenn das laufende Einkommen durch Pflegekosten bereits belastet ist, prüft eine Kreditvermittlung individuell, welcher Anbieter passende Konditionen ermöglicht – etwa durch längere Laufzeiten, geringere Monatsraten oder die Einbindung eines Mitantragstellers. So lässt sich auch bei angespannter finanzieller Lage eine tragfähige Lösung zur Deckung der Pflegekosten finden.
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